CFD-Strömungssimulation · Fassadenautomation · MSR

Windanalyse für robuste Jalousie- und Verschattungs­steuerung

Thema

Viele Lastfälle. Eine klare Logik.

Mit CFD-Strömungssimulationen untersuchen wir Gebäudeaerodynamik, Windlasten an der Fassade und geeignete Windwächterpositionen. Aus den Ergebnissen entstehen nachvollziehbare Regelzonen und Übertragungsmatrizen für Jalousie-, Sonnenschutz- und Verschattungssteuerung sowie die Gebäudeautomation.

Gebäudemodell mit zahlreichen kugelförmigen CFD-Auswertungspunkten an den Fassaden
Moderne Fassade mit durch Wind verbogenen außenliegenden Jalousien und beschädigten Führungsschienen

Windschäden vermeiden, ohne pauschal abzuschalten

Außenliegende Jalousien können bei einer zu späten oder undifferenzierten Reaktion durch hohe lokale Windlasten beschädigt werden. Eine differenzierte Windsteuerung fährt exponierte Bereiche gezielt in eine sichere Stellung und hält geschützte Jalousien verfügbar.

  • Mehr nutzbarer Sonnenschutz und bessere Tageslichtqualität
  • Gezielter Schutz statt gebäudeweiter Pauschalreaktion
  • Nachvollziehbare Betriebszustände für Planung und Betrieb

Windwirkung räumlich und zeitlich verstehen

Für die dargestellte instationäre CFD-Simulation wird die Anströmrichtung über 360° variiert. So lassen sich sämtliche Windrichtungen untersuchen; zugleich werden zeitliche Geschwindigkeitsschwankungen und turbulente Strömungsstrukturen an Fassaden, Kanten und Rücksprüngen berücksichtigt.

Vom Windwächter zur Regelungsmatrix

Die Matrix entsteht aus dem Vergleich zwischen einem messbaren Referenzsignal und der lokalen Windwirkung an der Fassade. So wird aus vielen Simulationspunkten eine handhabbare Steuerungslogik.

01 CFD-Modell mit kugelförmigen Auswertungspunkten an möglichen Referenzpositionen

Referenzsensor bewerten

Mögliche Positionen für reale Windwächter werden auf freie Anströmung und lokale Störeinflüsse untersucht.

02 CFD-Fassadenmodell mit zahlreichen violetten Auswertungspunkten vor der Fassade

Fassadenpunkte setzen

Virtuelle Auswertungspunkte liegen repräsentativ in der Jalousieebene sowie dichter an Ecken, Rücksprüngen und Randbereichen.

03 CFD-Fassadenmodell mit gleich großen kugelförmigen Auswertungspunkten in vier farblich markierten Reaktionsgruppen

Reaktionsmuster vergleichen

Für jeden Windsektor wird die lokale Fassadenwirkung mit dem Referenzsignal verglichen. Ähnliche Verläufe bilden eine Zone.

04 Fassadenmodell mit farbig zusammengefassten Regelungsbereichen direkt auf der Fassade

Zonen in die Matrix überführen

Je Windsektor und Regelzone wird ein nachvollziehbarer, konservativer Übertragungsfaktor für die MSR-Logik festgelegt.

Beispielhafte Auswertung

Windgeschwindigkeiten am Windwächter

Windgeschwindigkeiten an drei möglichen Sensorpositionen Liniendiagramm mit Windrichtung von null bis 360 Grad und Windgeschwindigkeit von vier bis vierzehn Metern pro Sekunde. Die drei Messpositionen zeigen unterschiedliche richtungsabhängige Verläufe. 46 810 1214 60° 120°180° 240°300° 360° Windrichtung Windgeschwindigkeit [m/s]

Der Vergleich zeigt, ob eine potenzielle Sensorposition das Windgeschehen über alle Richtungen ausreichend stabil und repräsentativ erfasst.

Typisches Ergebnis

Fassadenplan mit Regelzonen

Die Zonierung folgt ähnlichen Windreaktionen über mehrere Windsektoren – nicht automatisch Geschossen oder einzelnen Fenstern.

Wichtige Unterscheidung

Die Punkte an der Fassade sind normalerweise virtuelle CFD-Auswertungspunkte und keine real eingebauten Sensoren. Das Betriebssignal liefern ein oder mehrere reale Windwächter; die Übertragungsmatrix übersetzt dieses Signal auf die unterschiedlichen Fassadenzonen.

Regelungsmatrix statt Bilderflut

Der Mehrwert liegt nicht allein in der CFD-Berechnung, sondern in der Übersetzung in eine nutzbare Steuerungslogik. Wir verdichten Varianten, Windrichtungen und Fassadenbereiche zu einer Struktur, mit der Planung und Betrieb weiterarbeiten können.

  • Zuordnung von Fassadenabschnitten und Steuergruppen
  • Abbildung relevanter Windrichtungs- und Lastfallklassen
  • Dokumentierte Zustände, Prioritäten und Schnittstellen
  • Nachvollziehbare Grundlage für MSR-Fachplanung und Inbetriebnahme
Übertragungsmatrix Ampellogik
Normierte Faktoren nach Regelzone und Windsektor
RegelzoneWindsektor
ABCDEF
Zone 010,420,560,710,830,650,48
Zone 020,510,470,620,750,690,53
Zone 030,680,640,520,410,460,59
Zone 040,790,880,740,570,430,61
Zone 050,450,580,810,920,760,54
unkritisch grenzwertig kritisch

Fünf Schritte von der Aufgabenstellung zur Übergabe

Der Ablauf bindet Fassadenplanung, MSR und Betrieb frühzeitig ein. Modellumfang, Lastfälle und Ausgabeformat richten sich an der konkreten Entscheidung, die im Projekt getroffen werden muss.

Leitprinzip

So detailliert wie nötig, so einfach wie möglich – damit die Regelung robust bleibt und im Betrieb verstanden wird.

  1. 01

    Planungsfrage und Systemgrenzen klären

    Wir stimmen Jalousietypen, geplante Sensorik, mögliche Steuergruppen sowie Schutz- und Betriebsziele mit den beteiligten Fachplanern ab.

  2. 02

    Aerodynamisches Modell aufbauen

    Aus den Planungsdaten entsteht ein zweckgerichtetes 3D-Modell. Berücksichtigt werden die für die Windwirkung relevanten Baukörper, Fassadenversprünge und Abschirmungen.

  3. 03

    Relevante Windfälle untersuchen

    Ausgewählte Anströmrichtungen und Lastfallklassen werden konsistent simuliert. Die Fassadenwirkung wird an definierten Auswertungsbereichen erfasst.

  4. 04

    Robuste Regelungszonen bilden

    Ähnlich reagierende Fassadenabschnitte werden zusammengefasst. Dabei achten wir auf stabile Muster über mehrere Lastfälle und eine praktisch beherrschbare Zonierung.

  5. 05

    MSR-Matrix ableiten und abstimmen

    Windinformation, Fassadenzone und vorgesehener Betriebszustand werden eindeutig verknüpft, plausibilisiert und als dokumentierte Schnittstelle übergeben.

Unterlagen für Planung, Programmierung und Betrieb

CFD-Fallmatrix

Dokumentierte Anströmrichtungen, Randbedingungen und untersuchte Lastfallklassen.

Fassadenzonenplan

Eindeutige räumliche Zuordnung der abgeleiteten Regelungsbereiche.

Übertragungsmatrix

Abgestimmte Zuordnung von Windsektor, Regelzone und vorgesehenem Betriebszustand.

Abstimmung und Übergabe

Erläuterung der Annahmen, Schnittstellen und Anwendung für die weitere Fachplanung.

Kompetenz zeigen, Projektdaten schützen

Auf dieser Seite zeigen wir bewusst nur Methode und Nutzen. Reale Gebäudegeometrien, Ergebnisfelder, Schwellenwerte und Steuerungsmatrizen bleiben vertraulich. Im direkten Projektgespräch erläutern wir Vorgehen und Lieferumfang passend zu Ihrer Aufgabe.

Häufige Fragen

Wann ist eine differenzierte Jalousiesteuerung sinnvoll?

Wenn Fassadenbereiche durch Geometrie und Windrichtung unterschiedlich belastet werden und eine pauschale Steuerung Verfügbarkeit oder Nutzungsqualität unnötig einschränkt.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Typischerweise ein 3D-Modell oder Planunterlagen, Fassaden- und Jalousiedaten, das geplante Sensor- und Steuerungskonzept sowie die konkrete Planungsfrage.

Ist die Matrix direkt in der MSR nutzbar?

Das Ausgabeformat wird mit der Fachplanung abgestimmt. So kann die Matrix als klare Grundlage für Funktionsbeschreibung, Programmierung und Inbetriebnahme dienen.

Welche englischen Fachbegriffe werden international verwendet?

Gebräuchlich sind unter anderem Building Aerodynamics, CFD Wind Simulation, Facade Wind Loads, Wind-Responsive Shading Control, External Venetian Blind Control, Wind Sensor Positioning, Facade Zoning sowie Control Matrix oder Transfer Matrix.

Sie planen eine windabhängige Fassadensteuerung?

Wir klären mit Ihnen, welche Simulationstiefe und welches Ausgabeformat für Ihr Projekt sinnvoll sind.

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