Kastendoppelfenster · Doppelfassade · Hinterlüftung

Wirksamkeit von Fenster- und Fassadensystemen prüfen

Thema Themenzeichen für Glas-Doppelfassade, Hinterlüftung, Screen und Motor

Eine Hinterlüftung ist nur so wirksam wie ihr tatsächlicher Luftweg

Kastendoppelfenster und mehrschalige Glasfassaden reagieren auf Winddruck, Außen- und Innentemperatur sowie die Geometrie ihrer Öffnungen. Je nach Betriebszustand kann die Strömung den Zwischenraum wirksam durchspülen oder zu Wärmestau, Rückströmung und Kurzschluss zwischen Ein- und Auslass führen. Die Simulation verbindet deshalb das Fassadendetail mit den realen Druck- und Temperaturverhältnissen am Gebäude.

Gebäude, Fassade und Umgebung gemeinsam betrachten

Das Gesamtmodell bildet die Gebäudeform, unterschiedliche Fassadenbereiche, Dachaufbauten und die umgebende Bebauung ab. Damit lassen sich die Druck- und Temperaturbedingungen bestimmen, die an den einzelnen Kastendoppelfenstern beziehungsweise Fassadenöffnungen anliegen. Das nachfolgende Detailmodell löst anschließend den konkreten Luftweg auf.

Dreidimensionales Modell eines Kastenfensters mit seitlich angeordneten perforierten Blechen für die Hinterlüftung

Seitliche Hinterlüftung über Lochbleche

Bei dieser Bauweise strömt die Luft seitlich durch perforierte Bleche in den Fensterkasten ein und wieder aus. Für den tatsächlichen Austauschvolumenstrom sind der freie Lochquerschnitt, die Anordnung der Öffnungen, die Tiefe des Fassadenzwischenraums und die anliegende Druckdifferenz entscheidend. Im CFD-Modell wird das Lochblech geometrisch oder über einen abgestimmten Druckverlust abgebildet. So wird sichtbar, ob der Zwischenraum gleichmäßig durchströmt wird oder ob Kurzschlussströmungen und schwach belüftete Bereiche entstehen.

Zwei technische Fassadenschnitte mit eingezeichneten Luftwegen durch ein Kastendoppelfenster
Dreidimensionaler Schnitt durch ein Kastenfenster mit äußerer Verglasung, Fassadenzwischenraum und Sonnenschutz

Vom Anschlussdetail zum strömungswirksamen CFD-Modell

Der technische Schnitt und das räumliche Modell zeigen, welche Bauteile den Luftweg im Kastenfenster bestimmen. Die wirksame Öffnungsfläche entsteht nicht allein aus einem Nennmaß: Laibungen, Wetterschutzgitter, enge Umlenkungen, Sonnenschutz und unterschiedliche Anschlussdetails erzeugen zusätzliche Druckverluste. In der Simulation werden diese Einflüsse dort geometrisch aufgelöst, wo sie für Luftmenge, Temperatur und Strömungsrichtung entscheidend sind.

Kastendoppelfenster

Bewertung von Zu- und Abluftöffnungen, Strömungsrichtung und Luftwechsel im Fensterkasten bei wechselnden Wind- und Temperaturbedingungen.

Doppelfassaden und Glasfassaden

Analyse von mehrgeschossigen oder geschossweise getrennten Fassadenzwischenräumen, thermischem Auftrieb und möglichem Wärmestau.

Hinterlüftung und Öffnungsvarianten

Vergleich von Querschnitten, Klappenstellungen, Gittern, Anschlussdetails und Betriebsweisen hinsichtlich ihrer tatsächlichen Wirksamkeit.

Vom detaillierten Fassadenmodell zur thermischen Bewertung

Die Fassade wird im CFD-Modell im relevanten Detaillierungsgrad geometrisch abgebildet. Berücksichtigt werden alle strömungs- und wärmetechnisch wirksamen Öffnungen, Querschnitte, Umlenkungen, Bauteilschichten und Einbauten. Anschließend werden definierte Sommer- und Winterfälle untersucht. U-Werte beschreiben den Wärmedurchgang der Bauteile, g-Werte den solaren Energieeintrag der Verglasung. Zusammen mit Wind, Außen- und Innentemperatur ergeben sich die Antriebskräfte für die Hinterlüftung.

  1. 01

    Fassadengeometrie mit allen relevanten Öffnungen, Konstruktionen, Einbauten und Betriebsstellungen aufbauen

  2. 02

    U- und g-Werte, Materialeigenschaften, Winddruck sowie Innen- und Außentemperaturen als thermische Randbedingungen ansetzen

  3. 03

    Repräsentative Sommer- und Winterfälle einschließlich Sonneneinstrahlung und unterschiedlicher Fensterstellungen simulieren

  4. 04

    Luftaustausch, resultierenden Volumenstrom sowie mittlere und lokale maximale Temperaturen im Zwischenraum auswerten

  5. 05

    Verbesserungen an Öffnungen und Konstruktion ableiten, Temperaturdaten für Heiz- und Kühllast bereitstellen und die thermische Eignung von Motoren beziehungsweise Antrieben prüfen

Bauteile im Fassadenzwischenraum thermisch absichern

Im Fassadenzwischenraum können im Sommer deutlich höhere Temperaturen als außen oder im Raum auftreten. Deshalb werden nicht nur Mitteltemperaturen, sondern auch lokale Temperaturspitzen am Screen, am Rohrmotor und an weiteren Antriebskomponenten ausgewertet. Die Ergebnisse lassen sich mit den zulässigen Einsatztemperaturen der vorgesehenen Produkte vergleichen und zeigen, ob Hinterlüftung, Einbauposition oder Konstruktion angepasst werden sollten.

Technische Architekturvisualisierung einer Glas-Doppelfassade mit teilweise abgesenktem Screen und sichtbarem Rohrmotor im Fassadenzwischenraum
CFD-Temperaturfeld einer Fassade mit neun Kastenfensterelementen und einer Farbskala von 32,5 bis 57 Grad Celsius
CFD-Temperaturfeld im Schnitt durch mehrere Kastenfenster mit einer Farbskala von 30 bis 50 Grad Celsius

Temperaturverteilung statt eines einzelnen Mittelwerts

Die Ansichten zeigen sowohl die Temperaturverteilung über mehrere Fassadenfelder als auch den Verlauf im Schnitt durch Fensterkasten und angrenzenden Bereich. Warme Zonen und lokale Temperaturspitzen werden ebenso sichtbar wie kühlere, besser durchströmte Bereiche. Damit lässt sich die Wirksamkeit der Hinterlüftung für jedes Element bewerten und gezielt verbessern.

  • Mittlere und maximale Temperatur je Fassadenfeld
  • Volumenstrom und Luftaustausch im Fensterkasten
  • Temperaturen für Bauteilprüfung sowie Heiz- und Kühllastberechnung

Entscheidungsgrundlagen für die weitere Planung

Volumenstrom und Luftwechsel der Hinterlüftung Mittlere und maximale Temperaturen im Fassadenzwischenraum Temperaturrandbedingungen für Heiz- und Kühllastberechnungen Bewertung und Verbesserung von Konstruktion, Motoren und Antrieben

Häufige Fragen

Wann ist eine Simulation des Fassadenzwischenraums sinnvoll?

Wenn Winddruck, Auftrieb, Sonneneinstrahlung und unterschiedliche Öffnungsstellungen zusammenwirken oder die wirksame Hinterlüftung mit einfachen Annahmen nicht belastbar beurteilt werden kann.

Können einzelne Anschlussdetails berücksichtigt werden?

Ja. Engstellen, Umlenkungen, Gitter und andere Widerstände können geometrisch aufgelöst oder durch abgestimmte Kennwerte im Modell abgebildet werden.

Lassen sich verschiedene Fensterstellungen vergleichen?

Ja. Geöffnete, geschlossene und gestufte Betriebszustände sowie unterschiedliche Zu- und Abluftquerschnitte können als Varianten gegenübergestellt werden.

Kann die Temperaturbelastung von Motoren und Sonnenschutzantrieben geprüft werden?

Ja. Lokale und zeitlich relevante Temperaturen im Fassadenzwischenraum werden an den vorgesehenen Einbauorten ausgewertet und können mit den zulässigen Temperaturbereichen der Komponenten verglichen werden.

Planungsfrage gemeinsam eingrenzen

Wir klären, welche Szenarien, Bewertungsgrößen und Ergebnisformate für Ihr Projekt sinnvoll sind.

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