Lüftungshygiene · Schulräume · Natürliche Lüftung

CO₂-Lüftungsnachweis für Schulen und Klassenräume

ThemaThemenicon für CO₂-Lüftung in Schulräumen mit Personen, geöffnetem Fenster und abgeführter Raumluft

Reicht die Fensterlüftung bei voller Belegung wirklich aus?

In dicht belegten Klassenräumen steigt die CO₂-Konzentration schnell an. Eine zeitabhängige Strömungssimulation verbindet Belegung, Fenstergeometrie, Öffnungsstellung und Wetter. So wird sichtbar, wie lange eine Lüftungsstrategie wirksam bleibt und ob Komfort, Temperatur und Energiebedarf zusammenpassen.

Wann wird welcher CO₂-Wert erreicht?

Aus der Belegung und der CO₂-Abgabe der Schüler berechnen wir den Konzentrationsverlauf über die gesamte Unterrichtszeit. Die Auswertung zeigt, nach welcher Zeit definierte CO₂-Werte erreicht werden und wie Kippstellung oder Stoßlüftung den Verlauf verändern.

  • Anstieg ab Beginn der Belegung
  • Zeitpunkte für 1000, 1500 und 2000 ppm
  • Absenkung und Erholungszeit nach dem Lüften

Die dargestellten Zeitpunkte dienen als Beispiel. Belastbare Werte ergeben sich aus Raumvolumen, Schülerzahl, Aktivität, Fensterstellung und Wetter des jeweiligen Projekts.

Diagramm des zeitlichen CO₂-Anstiegs in einem belegten Klassenraum mit markierten Konzentrationswerten
Zeitdiagramm von CO₂-Konzentration und Raumlufttemperatur während einer winterlichen Stoßlüftung

Saubere Luft, aber schnelle Abkühlung

Beim vollständigen Öffnen der Fenster wird die verbrauchte Raumluft sehr schnell ausgetauscht. Gleichzeitig folgt die Raumlufttemperatur der kalten Außenluft und kann innerhalb weniger Minuten deutlich sinken.

  • Schneller Rückgang der CO₂-Konzentration
  • Gleichzeitiger Abfall der Raumlufttemperatur
  • Optimierung von Öffnungsdauer und Lüftungsintervall

Deshalb werden Luftqualität, thermischer Komfort und Heizenergie gemeinsam bewertet. Ziel ist eine kurze wirksame Lüftung ohne unnötig starke Auskühlung.

Wo reichert sich CO₂ im Raum an?

Der Mittelwert allein beschreibt die Luftqualität nicht vollständig. Die Simulation zeigt die räumliche Verteilung im Aufenthaltsbereich, lokale Konzentrationsspitzen über den Schülern und den zeitlichen Abtransport nach dem Öffnen der Fenster.

Räumliche CO₂-Verteilung

CFD Ergebnis der räumlichen CO₂-Verteilung in einem belegten Klassenraum

Verlauf bei Belegung und Lüftung

Geschlossen, gekippt und vollständig geöffnet im direkten Vergleich

Alle Varianten werden mit derselben Raumgeometrie, Belegung und Außenbedingung berechnet. Dadurch lässt sich die tatsächliche Wirkung der Fensterstellung nachvollziehbar vergleichen.

Klassenzimmer mit vollständiger Belegung und geschlossenen Fenstern in Innenansicht und Außenansicht
01

Fenster geschlossen

Der Referenzfall zeigt die CO₂-Anreicherung durch die anwesenden Personen. Der Außenluftwechsel beschränkt sich auf vorhandene Fugen und sonstige Undichtigkeiten.

Klassenzimmer mit vollständiger Belegung und gekippten Fenstern in Innenansicht und Außenansicht
02

Fenster gekippt

Die Kippstellung ermöglicht einen kontinuierlichen, aber wetterabhängigen Luftwechsel. Untersucht werden CO₂-Abfuhr, winterliche Zugluft und Wärmeverlust.

Klassenzimmer mit vollständiger Belegung und vollständig geöffneten Fenstern zur Stoßlüftung
03

Stoßlüftung

Vollständig geöffnete Fenster erzeugen kurzfristig einen hohen Luftaustausch. Bewertet werden Absenkung der CO₂-Konzentration, notwendige Öffnungsdauer und thermischer Komfort.

Von Belegung und Wetter zum zeitabhängigen Lüftungsnachweis

Raum, Fenster und Öffnungswinkel werden im Modell entsprechend der Planung abgebildet. Die CO₂-Abgabe der Personen, Unterrichtszeiten, Außenkonzentration, Temperatur und Windbedingungen bilden die Randbedingungen. Anschließend wird für jede Fensterstellung berechnet, wie sich Strömung, Luftwechsel, CO₂-Konzentration und Raumtemperatur im Zeitverlauf entwickeln.

  1. 01

    Raumgeometrie, Fensterflächen und Öffnungsstellungen aus der Planung übernehmen

  2. 02

    Belegung, Nutzungszeiten und CO₂-Abgabe der Personen festlegen

  3. 03

    Wetter, Außenkonzentration und thermische Randbedingungen definieren

  4. 04

    Geschlossenen Zustand, Kippstellung und Stoßlüftung zeitabhängig simulieren

  5. 05

    CO₂-Verlauf, Luftwechsel, Temperatur, Zugluft und Wärmeverlust vergleichen

Nicht nur den Luftwechsel, sondern die Wirkung im Raum bewerten

Ein hoher theoretischer Volumenstrom allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob die frische Außenluft die belegten Bereiche erreicht und wie schnell verbrauchte Raumluft abgeführt wird.

01

CO₂-Konzentration

Zeitlicher Verlauf und räumliche Verteilung im belegten Klassenraum.

02

Außenluftwechsel

Tatsächlicher Volumenstrom durch die Fenster bei der jeweiligen Wetterlage.

03

Temperatur und Zugluft

Lokale Abkühlung und Luftgeschwindigkeit im Aufenthaltsbereich.

04

Lüftungsdauer

Erforderliche Häufigkeit und Dauer der Stoßlüftung im Unterrichtsbetrieb.

Eine belastbare Lüftungsstrategie statt pauschaler Öffnungszeiten

Die Auswertung zeigt, ob Fensterlüftung ausreicht, welche Öffnungsstellung sinnvoll ist und wann eine mechanische Unterstützung erforderlich wird. Daraus entstehen klare Vorgaben für Planung, Automatisierung und späteren Schulbetrieb.

CO₂-Verlauf über Unterrichtszeit und Pausen Luftwechsel und Volumenstrom je Fensterstellung Empfohlene Öffnungsdauer und Lüftungsintervalle Hinweise zu Zugluft, Wärmeverlust und möglicher mechanischer Unterstützung

Häufige Fragen

Warum reicht eine einfache Luftwechselberechnung nicht immer?

Weil sich der Außenluftstrom im Raum ungleich verteilen kann. Die Strömungssimulation zeigt, welche Bereiche tatsächlich durchlüftet werden.

Kann die Untersuchung Sommer und Winter abbilden?

Ja. Temperaturdifferenz, Wind und Öffnungsdauer werden passend zur Jahreszeit angesetzt und getrennt bewertet.

Lässt sich daraus eine Fenstersteuerung ableiten?

Ja. Die Ergebnisse können Öffnungswinkel, Dauer und Intervalle für manuelle oder automatisierte Lüftungsstrategien vorgeben.

Lüftungshygiene bereits in der Planung nachweisen

Wir prüfen Belegung, Fensterkonzept und maßgebende Wetterfälle und entwickeln daraus eine nachvollziehbare Lüftungsstrategie.

Projekt anfragen