Glasfassaden · Kaltluftabfall · Thermische Behaglichkeit

Fallwind an Glasfassaden sicher bewerten

ThemaThemensymbol für kalte Fallströmung entlang einer Glasfassade

Kalte Glasflächen können spürbare Luftströmungen auslösen

An hohen Glasfassaden kühlt sich die angrenzende Raumluft ab und sinkt entlang der Verglasung nach unten. Am Boden strömt sie in den Aufenthaltsbereich. Ob daraus Zugluft oder ein lokales Komfortproblem entsteht, hängt von Fassadenhöhe, Oberflächentemperatur, Geometrie und Heizkonzept ab.

Bauteiltiefe und Grenzschicht gemeinsam betrachten

Horizontale Fassadenabsätze unterbrechen den Kaltluftabfall nur dann wirksam, wenn ihre Tiefe zur Dicke der kalten Grenzschicht passt. Die vier Schemata zeigen, wie sich der Luftstrom je nach Ausladung verändert.

Freier Kaltluftabfall

Bauteiltiefe kleiner als die Grenzschicht

Bauteiltiefe etwa gleich der Grenzschicht

Bauteiltiefe größer als die Grenzschicht

Vier neu gezeichnete technische Schemata zum Kaltluftabfall an Glasfassaden mit unterschiedlich tiefen Fassadenabsätzen
01

Freier Kaltluftabfall

Ohne wirksame Unterbrechung wächst die kalte Grenzschicht über die Fassadenhöhe an und breitet sich am Boden in den Raum aus.

02

Bauteiltiefe kleiner als die Grenzschicht

Kurze Absätze stören die Strömung nur lokal. Ein wesentlicher Teil des Kaltluftstroms setzt sich nach unten fort.

03

Bauteiltiefe etwa gleich der Grenzschicht

Die Strömung wird je Ebene stärker abgelöst. Lokale Umlenkungen und Rezirkulationen reduzieren den durchgehenden Fallstrom.

04

Bauteiltiefe größer als die Grenzschicht

Tiefe Absätze fangen den Fallstrom weitgehend ab und lenken ihn bereits auf den einzelnen Ebenen in den Raum um.

Neutrale CFD-Temperaturdarstellung mit blauem Kaltluftabfall entlang einer hohen Glasfassade im Winter

Das Temperaturfeld macht den Kaltluftabfall sichtbar

Die CFD-Darstellung zeigt, wie sich die Raumluft unmittelbar an der kalten Verglasung abkühlt und als zusammenhängende Strömung nach unten fällt. Mit zunehmender Fallhöhe kann die Geschwindigkeit ansteigen. Am Boden wird die kalte Luft in den Aufenthaltsbereich umgelenkt – genau dort können im Winter Zugerscheinungen entstehen.

  • Abkühlung der wandnahen Luftschicht an der Verglasung
  • Zunehmende Fallgeschwindigkeit über die Fassadenhöhe
  • Umlenkung der kalten Luft am Boden in den Aufenthaltsbereich
  • Bewertung zusammen mit Luftgeschwindigkeit, Temperatur und Heizsystem

Von der Glasoberfläche zur Komfortbewertung

Das CFD-Modell bildet Verglasung, Fassadenabsätze, Brüstungen, Heizflächen und den relevanten Aufenthaltsbereich geometrisch ab. Für einen Winterfall werden Oberflächentemperaturen, Außenklima, Raumtemperatur und Heizleistung zusammengeführt.

  1. 01

    Fassadenhöhe, Verglasung, Absätze, Brüstungen und Heizsystem erfassen

  2. 02

    Oberflächentemperaturen und thermische Randbedingungen für den Winterfall festlegen

  3. 03

    Fallströmung, Mischung und Wechselwirkung mit Konvektoren oder Fußbodenheizung simulieren

  4. 04

    Luftgeschwindigkeit, Temperatur und Zugluftrisiko in Aufenthaltszonen auswerten

Maßnahmen gezielt dimensionieren

Die Simulation zeigt, wo der Fallstrom entsteht, wie weit er in den Raum eindringt und welche Maßnahme tatsächlich wirkt. Varianten lassen sich direkt vergleichen, bevor Konstruktion und Heizkonzept festgelegt werden.

Geschwindigkeit und Reichweite des Kaltluftabfalls Temperatur- und Geschwindigkeitsverteilung im Aufenthaltsbereich Wirksamkeit von Fassadenabsätzen, Konvektoren und Heizflächen Vergleich von Varianten für Fassade und Gebäudetechnik

Häufige Fragen

Wann sollte Fallwind untersucht werden?

Bei hohen oder großflächigen Verglasungen, niedrigen inneren Oberflächentemperaturen und sensiblen Aufenthaltsbereichen direkt an der Fassade.

Kann eine überschlägige Berechnung ausreichen?

Für eine erste Einordnung ja. Bei komplexer Geometrie, mehrgeschossigen Fassaden oder wechselwirkenden Heizsystemen liefert die räumliche Simulation die belastbarere Bewertung.

Können Konvektoren und Fußbodenheizung verglichen werden?

Ja. Leistung, Lage und Ausblastemperatur können als Varianten abgebildet und hinsichtlich Komfortwirkung und Energiebedarf verglichen werden.

Fallwind frühzeitig in die Fassadenplanung einbeziehen

Wir klären mit Ihnen Geometrie, Winterrandbedingungen und die geeigneten Bewertungskriterien für Ihr Projekt.

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